Volkshauskreuzung wird Baustelle

Bild Volkshauskreuzung wird Baustelle(Döbeln/13.06.2014)

Im September will der Freistaat loslegen. Die Stadt Döbeln bekommt Geld für Gehwege und Straßenbeleuchtung.

In Zeiten des Wahlkampfes werden Fördermittelbescheide schon gern mal persönlich vorbeigebracht. Verkehrs-Staatssekretär Roland Werner (FDP) gab gestern gleich zwei bei der Stadtverwaltung ab. Über einen freut man sich in Döbeln besonders: Es gibt Fördergeld für den Ausbau der Volkshauskreuzung, der Staatsstraße 32/34. „Das ist schön, dass das endlich losgeht“, sagte die stellvertretende Oberbürgermeisterin Monika Dehnert (CDU), die mit ihrem „Kollegen“ Rocco Werner (FDP) die Zuwendungsbescheide in Empfang nahm. Der Ausbau dieses wichtigen Knotenpunktes ist lange geplant. Die provisorische Ampelanlage war schon nach dem Hochwasser 2002 aufgestellt worden.

Das Vorhaben stand auf der Kippe. Anfang des Jahres war der Bau der Kreuzung noch als Reservevorhaben vorgesehen. Rocco Werner schrieb damals an seinen Parteikollegen in Dresden, wie er sagte. Zumindest mit der Kreuzung klappt es, während mehrere andere Vorhaben weiter auf Eis liegen. Anfang September soll mit dem Ausbau begonnen werden. In die Kosten von rund 1,2 Millionen Euro teilen sich der Freistaat mit dem Löwenanteil von rund 900000 Euro und die Stadt, die für Fußwege und Straßenbeleuchtung zuständig ist. Dafür gibt es die Fördermittel. Bis Herbst kommenden Jahres werden die Döbelner mit wechselnden Behinderungen auf der Kreuzung und Umleitungen leben müssen. Der wichtige Verkehrsknotenpunkt soll danach übersichtlicher sein und den Fußgängern besseren Schutz bieten.

Döbelns Baudezernent Thomas Hanns drängte gestern sanft, dass die Umsetzung des Vorhabens wegen der Arbeiten für den Hochwasserschutz zügig erfolgen muss. Wenn die Brücke Straße des Friedens abgerissen und neu gebaut wird, müsse der Ausbau der Volkshauskreuzung abgeschlossen sei. Zwei Baustellen an so sensiblen Stellen könne Döbeln nicht verkraften. Über die Kreuzung am Volkshaus rollen etwa 13000 Fahrzeuge am Tag.

Andere wichtige Straßenbauvorhaben ruhen derzeit. Bei manchen hänge es daran, dass noch kein Baurecht vorliegt, wie beim Ausbau der B 175 an der Gake, sagte Staatssekretär Werner. Ein weiteres Hemmnis sei, dass der Bund für dieses Jahr noch keinen Haushalt verabschiedet hat und die Finanzierung der Vorhaben deshalb nicht klar ist. In Döbeln betrifft auch das die B 175. „Der Knotenpunkt Wöllsdorf ist baureif. Wir hätten vielleicht schon damit begonnen, aber wir dürfen keine neuen Vorhaben anfangen“, sagte Werner. Das gelte auch für den Ausbau der Lindenallee/Grimmaische Straße in Döbeln West.

An einer anderen potenziellen Baustelle ist der Staatssekretär in der vergangenen Woche mit dem Motorrad vorbeigefahren, wie er erzählte: Mit der Reparatur der Böschung an der Ortsumgehung der B 175 in Masten, die vor einem Jahr abgerutscht war, soll im kommenden Monat begonnen werden. Der Ausbau der S 32 auf dem Geyersberg bis zum Krematorium, ein Vorhaben des Freistaates, soll für das kommende Jahr eingeplant werden.

Rund 230000 Euro bekommt die Stadt für ein Vorhaben, dass sie schon realisiert und vorfinanziert hat. Beim Hochwasser war der überwölbte Mühlgraben an der Zwingerstraße unterhalb des Schloßberges teilweise eingebrochen. Der Kanal führt auch unter Häusern hindurch. Er war gleich nach dem Hochwasser gesichert und teilweise verfüllt worden. Das Mundloch am Schloßbergwehr wurde mit Beton verplombt. Teilweise endeten die Regenabläufe der Häuser im Mühlgraben. „Das ist alles umgebunden worden“, sagte Thomas Hanns. Die Sicherung des Mühlgrabens ist eines von 88 Vorhaben, die die Stadt auf ihrer Liste der Flutschäden stehen hat. Das Bewilligen der Anträge durch die Sächsische Aufbaubank und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr funktioniert reibungslos, schätzte Hanns ein. Man strebe an, die Anträge in höchsten vier Wochen abzuarbeiten, sagte Werner.

Döbelner Anzeiger vom 13.06.2014, von Jens Hoyer

Foto: Gedränge auf der Kreuzung: Staatssekretär Roland Werner (Mitte) übergab die Fördermittel an die stellvertretenden Oberbürgermeister Monika Dehnert (2.v.l.), Rocco Werner (2.v.r.) und an Baudezernent Thomas Hans (r.). Dazu gesellten sich die Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (CDU, l.) und Benjamin Karabinski aus Freiberg (FDP, 2.v.l.) und der Landtagskandidat Bernd Wetzig (FDP, 3.v.r.). Quelle: Thomas Hellriegel

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